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Unser Törn anlässlich der Regatta „Rund Rügen“

Auch in diesem Jahr sollte für die Campus eine Neuauflage der Regatta „Rund Rügen“ im Rahmen der Stralsunder Segelwoche stattfinden. Die Regatta verläuft über Nacht einmal im Uhrzeigersinn um die Insel Rügen, Start ist gegen 19:00 in Stralsund, je nach Wind ist das Ziel gegen Mittag (ca. 20 h) östlich der Ziegelgrabenbrücke. Dafür muss das Boot aber von und nach Stralsund (je ca. 50-55 Meilen bei normalem Wind) gebracht werden. Für diese Törns hatten sich acht Segler aus der Studentengruppe bzw. Gäste  zusammengefunden: Hin fuhren Claas, Jan, Petra und Mark, für die Regatta gemeldet waren Martin, Claas, Caro und Anselm und zurück segelten Claas, Caro, Anselm und Kay. Dienstag Abend, drei Tage vor Beginn der diesjährigen „Rund Rügen“-Regatta und nach Abschluss zahlreicher Vorbereitungen (Seekarten und Hafenhandbücher studieren, Rettungswesten warten, Reiseproviant besorgen...) trafen wir uns zum Grillen im Hafen. Das Wetter war gut, die Sonne schien und die Vorfreude auf den bevorstehenden Törn bestimmte unser Beisammensein.

1. Segeltag

Am Morgen hieß es ablegen, unter Motor raus aus dem Hafen und in Richtung offene See, Segel hoch und Kurs auf Darßer Ort. Entsprechend dem recht frischen Wind zwischen 4 und 5 Bft aus südwestlicher Richtung ließen wir uns mit weit geöffneten Segeln auf Raumschots- bis Vorwindkurs von Wind und Wellen treiben bzw. schaukeln. Hoch und runter ging es, mal schneller (teilweise mit bis zu neun Knoten), dann wieder langsamer, zunächst bei Sonnenschein, später auch mit dem einen oder anderen Regenschauer, immer auf jeden Fall mit ordentlich Wind. So ging es um den Darßer Ort herum und von dort weiter in Richtung Nordspitze Hiddensee.
Das Anlegemanöver im Hafen von Vitte  war natürlich tadellos und bestens vorbereitet: wir nahmen uns dafür genug Zeit, drehten die ein oder andere Runde im Hafenbecken, bevor wir uns für die größte aller noch frei gebliebenen Boxen entschieden und dort schwungvoll einparkten.
Zusammenfassend läßt sich sagen: 12 Stunden unterwegs gewesen, einige Wetterunbilden zu bestehen, in Stärke und Richtung wechselnde Winde zwangen uns zu häufigem Wechsel der Besegelung - dazu ordentlich Welle, Navigation – kurz um: wir hatten einiges erlebt an diesem Tag.

2. Segeltag

Gut erholt und durch ein ordentliches Frühstück gestärkt ging es am Donnerstag immer dem Fahrwasser folgend in Richtung Stralsund weiter. Besonders wellig war es aufgrund der ständigen Landabdeckung durch Hiddensee nicht mehr, der Wind hatte wieder auf West gedreht und so konnten wir, die Segel einmal eingestellt, stressfrei, bei halbem Wind so vor uns hinsegeln und unsere ganze Aufmerksamkeit der Schönheit der Natur widmen. Ein ruhiger entspannter Segeltag, der nach etwa fünf Stunden im Hafen von Stralsund sein Ende fand.

3. Segeltag

Für Freitag, den 12. Juni hatten wir uns dann auf die Regatta gefreut. Leider hatte sich schon mehrere Tage vorher eine Sturmtiefwetterlage angekündigt, deren windreiche Rückseite genau auf dieses Wochenende fiel. Bei einer Vorhersage von 7-10 Bft über 36 Stunden lang wurden dann beide Regatten rundum Rügen und Hiddensee abgesagt, aber auch sonst wären wir wohl nicht ausgelaufen. Stattdessen wurde eine Alternativwettfahrt auf dem Strelasund (zweimal bis Ansteuerung Hiddensee plus zweimal kleiner Kreis vor dem Hafen) für Samstag Vormittag angesetzt. Um 10:30 Uhr wurde hierfür das Startsignal gegeben. Der Wind hielt sich zwar immer noch auf 7-8, nur langsam abnehmend, insgesamt liefen aber ca. 15-20 Schiffe aus. Wir entschieden, mit Minimalbesegelung zumindest an den Start zu gehen. Da es jedoch Probleme beim Großheißen (Reff) gab und der Wind doch recht stark war, wurde auf Wieder-Einlaufen entschieden. Die Wettfahrt wurde auf einen Durchgang verkürzt, der von den meisten anderen Schiffen zuende gefahren wurde. Vorkommnisse: Ein größeres Schiff zerriss sich das Vorsegel, ein für Rund Hiddensee gemeldeter Jollenkreuzer ging in Nähe des Rügener Ufers unter, die Mannschaft wurde gerettet. Unser Alternativprogramm hieß dann: am großen Kai direkt neben der Gorch Fock in der Sonne liegen und über die nächste Regatta nachdenken... Fazit: trotz der Enttäuschung hat sich der Strelasund und die prächtige Stralsunder Kulisse gelohnt, und nächstes Jahr bestellen wir wieder besseren Wind!

4. Segeltag

Am Sonntag ging es dann morgens um neun wieder in Richtung Heimat. Der Wind hatte im Vergleich zu Samstag etwas nachgelassen und blies mit etwa 22-27 Knoten (6 Bft) aus südwestlicher Richtung was uns erlaubte die gesamte Strecke von Stralsund aus durch die engen Fahrwasser auf die offene See unter Segel zurückzulegen.
17 Stunden waren wir insgesamt unterwegs und erst um zwei Uhr morgens standen wir ziemlich erschöpft von Wind und Wetter wieder in Warnemünde am Steg, dabei aber auch ein bisschen stolz, schließlich hatten wir uns wirklich gut geschlagen. Ich glaube wir waren alle froh irgendwann endlich im Bett zu liegen.

Claas, Martin, Petra


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