ASVW e.V. Akademischer SegelVerein Warnemünde

 

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Warnemünde e.V.

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Teilnahme der CampusXW am X-79 Deutschland-Cup

Die Regatta

Der Deutschland-Cup (Internationale Deutsche Meisterschaft) ist eine der jährlichen Regatten der Bootsklasse X-79. Die zugehörige Klassenvereinigung führt eine Rangliste, für die auf mehreren Regatten im Jahr (z. B. Fördewoche, Dänische Meisterschaft, Double Handed Challenge, Väterchen Frost) Punkte ersegelt werden können. In diesem Jahr fand der D-Cup vom 11. bis 13. Juli im Rahmen der Warnemünder Woche statt. Eine seltene Gelegenheit, direkt vor der eigenen Haustür mal nicht nach Yardstick (unterschiedliche Boote segeln gegen einander, gesegelte Zeit wird mit einem Faktor verrechnet), sondern in einer Einheitsklasse „auf Sicht“ zu segeln! Nachdem uns glücklicherweise eine Kieler Crew darauf aufmerksam gemacht hatte, entschieden sich Martin Kunz, Julia Kittner und Claas Volkmann die Campus xw nach längerer Abstinenz in der Klassenvereinigung zu melden. Vielen Dank dem ASVW für die Übernahme des Startgeldes!

Vorbereitung

Wir wussten, dass diese Regatta mit kurzen Up-and-Down-Kursen und eingespielten X-79-Crews (4 oder 5 Crewmitglieder im Regelfall, wir nur zu dritt) anspruchsvoll werden würde, so dass unser erstes Motto „dabei sein ist alles“ hieß. Zunächst standen einige Trainingseinheiten auf dem Plan, um sich besser auf einander einzuspielen und die Schnelligkeit der Manöver zu erhöhen. Wir übten an mehreren Abenden die Grundmanöver um selbst gewählte Bahnmarken (Fahrwassertonnen, Yachthafen Hohe Düne), vor allem die verschiedenen Spinnakermanöver. Wir führten auch einige Neuerungen wie z. B. das Fahren des Spinnakers direkt aus dem Niedergang ein (danke für den Tipp an Peter!). Außerdem fand noch ein Theorieabend statt, um die wesentlichen Regattaregeln und taktischen Dinge zu wiederholen und Bilder von X-79-Regatten zu analysieren. Am Donnerstag Abend wurde das Boot klar gemacht (Seezaun, Motor und anderen Ballast entfernen usw.) und eine letzte kurze Trainingseinheit gefahren.

Regattabericht

Freitag um 8 Uhr ging es dann mit entsprechendem Adrenalinspiegel los! Gemeldet hatten nur 13 Crews, die Klassenregatten sind sonst besser besucht. Angesetzt waren für diesen Cup 9 Wettfahrten an drei Tagen, wovon jedem Boot maximal zwei Streicher zustehen, d. h. die zwei schlechtesten Teilergebnisse werden nicht gewertet. Die X-79er waren auf der gleichen Bahn wie die Star-Klasse im Regattagebiet „Charlie“ ca. 4 sm vor Warnemünde eingeteilt. Die Starboote starteten immer zuerst, die X-79er ca. 15 min später. Der Kurs (Nr. 6) bestand aus zwei backbord zu nehmenden Luv-Bahnmarken, einem Gate (2 Marken) in Lee, das mittig zu nehmen und an einer der beiden Marken zu umrunden war, sowie der nach zwei Durchgängen luvwärts davon liegenden Ziellinie. Eine Wettfahrt dauerte je nach Wind ca. 40–60  min.
Der Freitag brachte bei gutem Wetter mit 4 Bft und Sonnenschein einen ersten schönen Segeltag. Nach anfänglicher Startverschiebung wurden drei Wettfahrten durchgeführt, die uns von Beginn an hart auf die Probe stellten. Zwischen den Wettfahrten gab es kurze Pausen von 10-20 min, in denen Kräfte gesammelt werden konnten. Mit jeder Wettfahrt konnten wir unsere Manöver verbessern und unsere Geschwindigkeit steigern. Bei zwei Wettfahrten verfehlten wir nur knapp den vorletzten Platz. Die letzte Wettfahrt wurde wegen abnehmender Winde vorzeitig beendet. Da wir wie alle anderen ohne Motor unterwegs waren, hatten wir einen recht langen Rückweg. Dank holländischer Schlepp-Hilfe kamen wir aber noch vor Sonnenuntergang im Hafen an...
Der Samstag begann sehr sonnig und mit leichtem Wind, der dann aber deutlich auffrischte bis 5 Bft. So fuhren alle Boote mit der Fock als Vorsegel. Die Sonne wich zunehmend einer breiten Gewitterfront, die zunächst auf See vorbeizuziehen schien. Nach Ende der ersten Wettfahrt wurde aber auf dem Startschiff „Startverschiebung“ und „Weitere Signale an Land“ gesetzt. Noch bevor die Star- und die X-79-Flotte das Revier verlassen hatten, waren wir auch schon mitten im Gewitter. Bei heftigem Wind (in Böen 8-9 Bft) und Starkregen bargen wir das Großsegel und kämpften uns allein mit der Fock und 7 kt Fahrt Richtung Molenköpfe, wo uns auch schon strahlender Sonnensein erwartete. Auch alle anderen Boote erreichten unbeschadet den Hafen. Nach dem Klarieren und Trocknen unserer Sachen ließen wir dann noch mit den anderen Crews bei einem von der Klassenvereinigung gesponserten „Molenpils“ den Tag ausklingen. Abends fand noch ein großes Barbecue in der Bootshalle Hohe Düne mit Livemusik und Bildern und Videos vom Regattatag (u. a. die Campus beim Runden der Luvtonne...) statt.
Wir haben dabei nette Kontakte hergestellt, Tipps zum Segeln der X-79 bekommen und die Ausstattung der anderen Boote inspiziert. So haben wir gleich am nächsten Tag auf den Spibaum-Niederholer verzichtet, der durch den wesentlich weiter vorne gefahrenen Barberholer ersetzt wird. Den Spi in Luv einzuholen, wie auf Jollen und bei den anderen Teilnehmern üblich, haben wir aber auf die nächste Regatta vertagt... Am letzten Tag konnten dann bei bestem Segelwetter und bei vorgezogenem Start sogar 4 Wettfahrten gefahren werden.

Fazit

Sieger wurde uneinholbar die Crew der „Sextanten“ aus Kiel. Neben den Siegerpreisen und Teilnahmepreisen stiftete die Klassenvereinigung mehrere Wanderpreise: den Preis für die am weitesten angereiste Crew (Solbakken, Aalborg), den Känguruh-Preis für die größte Verbesserung im Vergleich zur letzten Ranglistenregatta sowie den Preis für die beste Erstteilnahme. Wir selbst haben uns insgesamt nicht schlecht geschlagen und konsequent unseren letzten Platz verteidigt – mit nur einem Punkt Abstand zum Vormann. Während die meisten Boote irgendwann einen Patzer hatten (Frühstart, Abbruch), sind wir alle 8 Rennen fehlerfrei zu Ende gefahren, was uns aufgrund der zwei Streicher für jedes Boot natürlich nichts nutzte. Während unsere Taktik einigermaßen gut lief, waren die Flüssigkeit und Schnelligkeit der Abläufe, aber auch ein paar Materialfragen und technische Details die entscheidenden Faktoren. So hatten wir Probleme mit dem Spifall, das viel zu schwer lief und sich in der 2. Wettfahrt am Sonntag kaum mehr lösen ließ, so dass wir nur noch ausgebaumten Schmetterling gefahren sind. Dadurch büßten wir an Geschwindigkeit ein und wurden vor allem die Manöver an der Leetonne schwierig. Das Spifall haben wir nach der Regatta auf Tipp einer anderen Crew hin außen am Mast angebracht, es läuft seitdem problemlos.
Von der Vorbereitung bis zur letzten Wettfahrt haben wir enorm viel gelernt und uns gesteigert, neue Kontakte geknüpft und viel Spaß gehabt. Die intensive Hinarbeit unsererseits, die netten Teilnehmer sowie die gute Organisation der Warnemünder Woche trugen ihren Teil dazu bei. Mit etwas mehr regelmäßigerem Training können wir uns das nächste Mal auf jeden Fall steigern. Die nächste Teilnahme ist in Planung.

Links

Die Klassenvereinigung mit weiteren Berichten, Bildern und Infos zur Bootsklasse: http://www.x-79.de
Warnemünder Woche: http://www.warnemuender-woche.com


 Bildergalerie

  

 

Nächste Termine

Gedser-Cup 28. - 29. August

mehr Informationen


ASVW Stammtisch

für alle ASVW Mitglieder an jedem 2. Montag im Monat
19.00 Uhr; Hotel Bellevue, Seestr. Warnemünde

Kontaktdaten

Akademischer SegelVerein Warnemünde e.V.
Yachthafen Mittelmole
Am Bahnhof 1a
18119 Rostock - Warnemünde
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